Welche Förderungen bekommt man beim Bau eines Hauses?

Ein eigenes Haus zu bauen, ist für viele Familien ein großer Lebenstraum. Gleichzeitig stellt sich spätestens bei der Finanzierung die Frage: Welche Förderungen gibt es 2026 für den Hausbau?

Die Antwort ist erfreulich: Bauherren stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Besonders der Bau energieeffizienter und klimafreundlicher Häuser wird unterstützt. Familien können unter bestimmten Voraussetzungen von besonders attraktiven Förderkrediten profitieren.

Neben bundesweiten Programmen der KfW gibt es außerdem Förderangebote der Länder, die je nach Bauvorhaben interessant sein können.

Wer einen Neubau plant, sollte sich deshalb möglichst früh mit dem Thema beschäftigen. Denn die richtige Förderung kann einen erheblichen Unterschied bei der Finanzierung des eigenen Hauses machen.

Welche Förderungen gibt es für einen Neubau 2026?

Im Mittelpunkt der Neubauförderung stehen 2026 vor allem zinsgünstige Förderdarlehen.

Zu den wichtigsten Programmen gehören:

  • KfW 300 – Wohneigentum für Familien
  • KfW 297/298 – Klimafreundlicher Neubau
  • KfW 296 – Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment
  • KfW 124 – Wohneigentumsprogramm
  • KfW 270 – Erneuerbare Energien
  • zusätzliche Förderprogramme der Bundesländer

Welche dieser Förderungen infrage kommen, hängt unter anderem von der familiären Situation, dem Einkommen, der geplanten Nutzung und dem energetischen Standard des Neubaus ab.

Besonders interessant: Verschiedene Förderprogramme können unter bestimmten Voraussetzungen miteinander kombiniert werden.

KfW 300: Attraktive Neubauförderung für Familien

Für Familien mit Kindern gehört das Programm „Wohneigentum für Familien – Neubau“ (KfW 300) zu den interessantesten Fördermöglichkeiten.

Unterstützt werden Familien und Alleinerziehende, die ein klimafreundliches Haus bauen oder einen entsprechenden Neubau erstmals erwerben und selbst bewohnen.

Die Höhe des möglichen Förderkredits richtet sich unter anderem nach der Anzahl der Kinder und dem erreichten Gebäudestandard.

Aktuell sind Förderkredite zwischen 170.000 und 270.000 Euro möglich.

Bei einem oder zwei Kindern können beispielsweise bis zu 170.000 Euro für ein klimafreundliches Wohngebäude finanziert werden. Erfüllt das Gebäude zusätzlich die Anforderungen an das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), sind bei einem oder zwei Kindern sogar bis zu 220.000 Euro möglich.

Mit steigender Kinderzahl erhöht sich der mögliche Förderbetrag weiter.

Voraussetzung ist unter anderem, dass mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt. Außerdem gelten Einkommensgrenzen. Bei einem Kind darf das maßgebliche Haushaltseinkommen maximal 90.000 Euro betragen. Für jedes weitere Kind erhöht sich diese Grenze um 10.000 Euro.

Wichtig dabei: Entscheidend ist nicht einfach das aktuelle Bruttogehalt, sondern das von der KfW definierte Haushaltseinkommen.

Gerade Familien sollten deshalb prüfen, ob sie die Voraussetzungen erfüllen.

Denn wenn ein größerer Teil der Baufinanzierung über einen vergünstigten Förderkredit abgedeckt werden kann, kann sich die Finanzierung eines Neubaus deutlich verändern.

KfW 297/298: Förderung für klimafreundlichen Neubau

Auch wer die Voraussetzungen der Familienförderung nicht erfüllt, kann beim Bau eines klimafreundlichen Hauses Fördermöglichkeiten nutzen.

Hierfür gibt es das Programm „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude“ (KfW 297/298).

Das Programm richtet sich nicht ausschließlich an Familien. Auch Privatpersonen ohne Kinder sowie Investoren können die Förderung nutzen.

Gefördert werden klimafreundliche Neubauten, die bestimmte Anforderungen an Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit erfüllen.

Je nach erreichtem Standard können bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit über einen zinsgünstigen Förderkredit finanziert werden.

Damit ist dieses Programm besonders für Bauherren interessant, die ohnehin ein modernes und energieeffizientes Haus planen.

Moderne Neubauten werden heute bereits von Beginn an auf einen niedrigen Energieverbrauch ausgelegt. Werden die zusätzlichen Förderanforderungen frühzeitig in die Planung einbezogen, kann daraus neben niedrigeren laufenden Energiekosten auch ein Vorteil bei der Finanzierung entstehen.

KfW 296: Klimafreundlich und flächeneffizient bauen

Ein weiteres interessantes Programm ist KfW 296 – Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment.

Das Programm soll insbesondere den Bau von bezahlbarem und gleichzeitig klimafreundlichem Wohnraum unterstützen.

Gefördert werden Gebäude, die nicht nur energetische Anforderungen erfüllen, sondern unter anderem auch hinsichtlich ihrer Wohnfläche effizient geplant werden.

Pro Wohneinheit kann ein Förderkredit von bis zu 100.000 Euro möglich sein.

Das Programm zeigt einen interessanten Trend in der Neubauförderung:

Nicht möglichst große Häuser stehen im Mittelpunkt, sondern Gebäude, die vorhandene Wohnfläche intelligent nutzen und gleichzeitig energieeffizient geplant werden.

Gerade kompakte Einfamilienhäuser können deshalb interessant sein.

Ein gut geplanter Grundriss kann auf 120 oder 130 Quadratmetern ein großzügiges Zuhause für eine Familie schaffen, ohne unnötige Fläche und damit zusätzliche Baukosten zu verursachen.

KfW 124: Bis zu 100.000 Euro für selbstgenutztes Wohneigentum

Eine weitere bekannte Möglichkeit ist das KfW-Wohneigentumsprogramm 124.

Das Programm richtet sich an Privatpersonen, die ein Haus oder eine Eigentumswohnung bauen oder kaufen und anschließend selbst darin wohnen.

Über das Programm können bis zu 100.000 Euro finanziert werden.

Der Vorteil besteht vor allem darin, dass die Förderung vergleichsweise vielseitig eingesetzt werden kann. Beim Neubau können beispielsweise neben den eigentlichen Baukosten auch bestimmte Baunebenkosten berücksichtigt werden.

Interessant wird das Programm außerdem durch die Möglichkeit, es bei passenden Voraussetzungen mit anderen Förderungen zu kombinieren.

So zeigt die KfW selbst beispielsweise Finanzierungen, bei denen das Wohneigentumsprogramm 124 gemeinsam mit einer Förderung für klimafreundliches Bauen eingesetzt wird.

Dadurch kann ein größerer Teil der gesamten Baufinanzierung über Förderdarlehen abgedeckt werden.

Förderung für Photovoltaik und erneuerbare Energien

Wer neu baut, beschäftigt sich heute häufig auch mit der eigenen Energieversorgung.

Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und andere Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien können dazu beitragen, einen Teil des eigenen Energiebedarfs selbst zu decken.

Mit dem Programm KfW 270 – Erneuerbare Energien Standard steht hierfür ein weiteres Förderdarlehen zur Verfügung.

Gefördert werden unter anderem Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien sowie Speicher.

Ob dieses Programm für das eigene Bauvorhaben sinnvoll ist, sollte allerdings individuell geprüft werden.

Gerade bei einem Neubau lohnt es sich, Themen wie Photovoltaik, Wärmepumpe und zukünftigen Energiebedarf nicht erst nach Fertigstellung des Hauses zu betrachten.

Wer diese Komponenten bereits während der Hausplanung berücksichtigt, kann Technik, Dachflächen und Energieversorgung sinnvoll aufeinander abstimmen.

Zusätzliche Förderung in Nordrhein-Westfalen

Neben den bundesweiten Förderprogrammen sollten Bauherren auch die Angebote ihres jeweiligen Bundeslandes prüfen.

In Nordrhein-Westfalen bietet beispielsweise die NRW.BANK verschiedene Möglichkeiten zur Förderung von Wohneigentum.

Dazu gehören unter anderem Programme zur Finanzierung selbstgenutzter Immobilien sowie spezielle Angebote für nachhaltiges Wohnen.

Besonders interessant ist, dass sich die Voraussetzungen von den bundesweiten KfW-Programmen unterscheiden können.

Wer für ein bestimmtes KfW-Programm beispielsweise aufgrund seines Einkommens nicht infrage kommt, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass keine Förderung möglich ist.

Je nach persönlicher Situation und Bauvorhaben können Landesprogramme eine interessante Ergänzung der Finanzierung darstellen.

Können verschiedene Förderprogramme kombiniert werden?

Das ist eine der interessantesten Fragen für zukünftige Bauherren.

Grundsätzlich können bestimmte Förderprogramme miteinander kombiniert werden, sofern die jeweiligen Programmbedingungen dies zulassen und nicht dieselben Kosten mehrfach gefördert werden.

Genau deshalb lohnt es sich, die Finanzierung nicht ausschließlich als einen großen Bankkredit zu betrachten.

Eine Baufinanzierung kann beispielsweise aus mehreren Bausteinen bestehen:

Eigenkapital, einem klassischen Immobiliendarlehen und einem oder mehreren Förderdarlehen.

Für Bauherren kann dadurch eine Finanzierung entstehen, die deutlich besser zur eigenen finanziellen Situation passt.

Welche Kombination tatsächlich möglich und sinnvoll ist, muss jedoch immer für das konkrete Bauvorhaben geprüft werden.

Warum der energetische Standard schon bei der Hausplanung wichtig ist

Wer Fördermittel nutzen möchte, sollte sich damit beschäftigen, bevor das Haus vollständig geplant wurde.

Denn viele Förderprogramme stellen konkrete Anforderungen an das Gebäude.

Dazu können beispielsweise der energetische Standard, die Heiztechnik, die Gebäudehülle oder zusätzliche Nachhaltigkeitsanforderungen gehören.

Wird das Haus zunächst ohne Berücksichtigung dieser Anforderungen geplant, kann eine spätere Anpassung aufwendig oder sogar unwirtschaftlich werden.

Wer dagegen von Beginn an weiß, welche Förderung angestrebt wird, kann die entsprechenden Anforderungen bereits während der Planung berücksichtigen.

Förderung und Hausplanung sollten deshalb möglichst gemeinsam betrachtet werden.

Förderung immer vor Baubeginn prüfen

Ein weiterer Punkt ist besonders wichtig:

Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit den Fördermöglichkeiten.

Viele Förderprogramme müssen beantragt werden, bevor mit dem eigentlichen Vorhaben begonnen wird.

Wer zunächst einen Bauvertrag abschließt, Arbeiten beginnen lässt und sich anschließend mit Fördermöglichkeiten beschäftigt, kann unter Umständen interessante Förderungen nicht mehr nutzen.

Idealerweise werden deshalb Hausplanung, Finanzierung und Fördermöglichkeiten frühzeitig aufeinander abgestimmt.

So lässt sich bereits vor dem Baustart einschätzen, welche Förderprogramme grundsätzlich infrage kommen und welche Anforderungen das geplante Gebäude dafür erfüllen muss.

Welches Förderprogramm ist das beste?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort.

Eine Familie mit zwei Kindern und entsprechendem Einkommen hat andere Möglichkeiten als ein kinderloses Paar. Ein besonders nachhaltiges Gebäude kann wiederum andere Fördermöglichkeiten eröffnen als ein klassischer Neubau.

Entscheidend sind unter anderem:

die Anzahl der Kinder, das Haushaltseinkommen, die geplante Wohnfläche, der energetische Standard, die Eigennutzung und die konkrete Finanzierung.

Deshalb sollte nicht erst nach dem passenden Kredit gesucht und anschließend das Haus geplant werden.

Sinnvoller ist es, Haus, Förderung und Finanzierung als Gesamtprojekt zu betrachten.

Fazit: Förderprogramme können den Neubau 2026 deutlich attraktiver machen

Wer 2026 ein Haus bauen möchte, sollte die verfügbaren Fördermöglichkeiten unbedingt in seine Planung einbeziehen.

Mit KfW 300 können Familien bei entsprechenden Voraussetzungen Förderkredite von bis zu 270.000 Euro erhalten.

Mit KfW 297/298 stehen für klimafreundliche Neubauten Förderkredite von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit zur Verfügung.

KfW 296 unterstützt besonders klima- und flächeneffizienten Wohnraum mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit.

Das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 bietet wiederum bis zu 100.000 Euro für selbstgenutztes Wohneigentum.

Hinzu kommen mögliche Förderungen für erneuerbare Energien sowie regionale Programme der Bundesländer.

Damit stehen Bauherren 2026 verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, einen Teil ihres Neubaus über Förderdarlehen zu finanzieren.

Welche Förderung am besten passt, hängt jedoch immer vom individuellen Bauvorhaben ab.

Sie planen den Bau Ihres eigenen Hauses?

Dann lohnt es sich, die Anforderungen möglicher Förderprogramme bereits bei der ersten Hausplanung zu berücksichtigen.

Sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam entwickeln wir ein Haus, das zu Ihren Vorstellungen, Ihrem Grundstück und Ihrem Budget passt – und können bereits bei der Planung berücksichtigen, welche energetischen Standards für Ihr Vorhaben interessant sein könnten.

Hinweis: Förderprogramme, Konditionen und Zinssätze können sich ändern. Die tatsächliche Förderfähigkeit hängt vom individuellen Vorhaben ab. Dieser Beitrag stellt keine Finanzierungs- oder Förderberatung dar. Informieren Sie sich vor Abschluss von Verträgen über die jeweils aktuellen Bedingungen der Förderstellen.

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