Grundstück finden

Grundstück finden: 10 Tipps für die erfolgreiche Suche Ihres Baugrundstücks!

Das eigene Haus beginnt nicht mit dem Grundriss – sondern mit dem passenden Grundstück.

Und genau hier stehen viele zukünftige Bauherren vor der ersten großen Herausforderung: Wie findet man überhaupt ein gutes Baugrundstück?

Gerade in beliebten Wohnlagen sind attraktive Grundstücke gefragt. Doch wer seine Suche systematisch angeht und nicht ausschließlich auf den klassischen Immobilienportalen sucht, kann seine Chancen deutlich erhöhen.

Noch wichtiger: Nicht jedes Grundstück, das auf den ersten Blick perfekt aussieht, eignet sich automatisch für das geplante Haus.

Wir zeigen Ihnen 10 Tipps für die Grundstückssuche und erklären, worauf Sie achten sollten, bevor Sie sich für ein Grundstück entscheiden.

Tipp 1: Legen Sie zuerst fest, was Sie wirklich suchen

Bevor die ersten Immobilienportale geöffnet werden, sollten einige grundlegende Fragen geklärt sein.

Wo möchten Sie wohnen? Wie weit darf der Arbeitsweg sein? Wie wichtig sind Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten oder öffentliche Verkehrsmittel?

Und natürlich:

Wie groß soll das Grundstück sein?

Wer von Anfang an ausschließlich nach dem perfekten 800-m²-Grundstück in der Wunschlage sucht, schränkt seine Möglichkeiten möglicherweise unnötig ein.

Für ein modernes Einfamilienhaus kann – abhängig vom gewünschten Grundriss und den örtlichen Vorgaben – auch ein deutlich kleineres Grundstück ausreichend sein.

Je klarer Sie zwischen „Das brauchen wir wirklich“ und „Das wäre schön“ unterscheiden, desto größer wird die Auswahl.

Tipp 2: Suchen Sie nicht nur auf Immobilienportalen

Immobilienportale sind ein guter Ausgangspunkt – sollten aber nicht der einzige Suchkanal sein.

Interessante Grundstücke werden teilweise verkauft, bevor sie überhaupt auf den großen Plattformen erscheinen.

Nutzen Sie deshalb mehrere Wege gleichzeitig.

Fragen Sie bei Gemeinden und Städten nach verfügbaren Baugrundstücken. Sprechen Sie mit regionalen Maklern und halten Sie Ausschau nach neu entstehenden Baugebieten.

Auch lokale Zeitungen, Kleinanzeigen und persönliche Kontakte können interessant sein.

Und manchmal funktioniert sogar der direkte Weg: Gibt es in Ihrer Wunschlage ein offensichtlich unbebautes Grundstück, kann es sich lohnen herauszufinden, ob grundsätzlich Verkaufsbereitschaft besteht.

Je mehr Suchkanäle Sie nutzen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, frühzeitig auf ein interessantes Grundstück aufmerksam zu werden.

Tipp 3: Fragen Sie direkt bei Städten und Gemeinden nach

Dieser Punkt wird bei der Grundstückssuche häufig unterschätzt.

Viele Kommunen entwickeln eigene Neubaugebiete oder vergeben kommunale Grundstücke.

Informieren Sie sich deshalb direkt bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde über geplante Baugebiete und verfügbare Flächen.

Selbst wenn aktuell keine Grundstücke angeboten werden, kann es sinnvoll sein, nach zukünftigen Projekten oder Interessentenlisten zu fragen.

Wer erst mit der Suche beginnt, wenn ein neues Baugebiet öffentlich vermarktet wird, ist möglicherweise bereits spät dran.

Frühzeitiger Kontakt kann sich auszahlen.

Tipp 4: Denken Sie beim Grundstück immer schon an das spätere Haus

Ein häufiger Fehler bei der Grundstückssuche ist, Grundstück und Haus getrennt voneinander zu betrachten.

Zuerst wird das Grundstück gekauft – anschließend wird überlegt, welches Haus darauf gebaut werden kann.

Besser ist die umgekehrte Herangehensweise:

Grundstück und Haus sollten von Anfang an gemeinsam betrachtet werden.

Ein schmales Grundstück stellt andere Anforderungen an einen Grundriss als ein breites Grundstück. Hanglage, Ausrichtung und Zufahrt können ebenfalls großen Einfluss auf die spätere Planung haben.

Wenn Sie bereits ungefähr wissen, welche Hausgröße und welcher Haustyp gewünscht sind, lässt sich wesentlich besser beurteilen, ob ein Grundstück tatsächlich geeignet ist.

Tipp 5: Prüfen Sie den Bebauungsplan

Sie haben Ihr Traumgrundstück gefunden und wissen bereits genau, wie Ihr zukünftiges Haus aussehen soll?

Dann sollten Sie unbedingt prüfen, ob Sie es dort überhaupt so bauen dürfen.

In vielen Gebieten regelt ein Bebauungsplan, welche Art der Bebauung zulässig ist.

Darin können beispielsweise Vorgaben enthalten sein zu:

  • Anzahl der Geschosse
  • Gebäudehöhe
  • Dachform und Dachneigung
  • überbaubarer Grundstücksfläche
  • Abständen
  • Ausrichtung des Gebäudes
  • teilweise sogar zur äußeren Gestaltung

Ein Grundstück kann deshalb perfekt aussehen und trotzdem ungeeignet für das gewünschte Haus sein.

Prüfen Sie die baurechtlichen Möglichkeiten möglichst vor dem Kauf.

Tipp 6: Lassen Sie sich nicht vom Grundstückspreis täuschen

Ein günstiges Grundstück ist nicht automatisch ein günstiges Baugrundstück.

Neben dem eigentlichen Kaufpreis können zusätzliche Kosten entstehen.

Besonders wichtig ist die Frage, ob das Grundstück bereits vollständig erschlossen ist.

Sind Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation vorhanden? Sind noch Erschließungsbeiträge zu erwarten?

Auch die Entfernung zwischen Haus und Versorgungsleitungen kann eine Rolle spielen.

Ein Grundstück, das beispielsweise 20.000 Euro günstiger ist als ein vergleichbares Grundstück, kann seinen Preisvorteil schnell verlieren, wenn anschließend hohe zusätzliche Arbeiten notwendig werden.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Kaufpreis, sondern die tatsächlichen Kosten bis zum baubereiten Grundstück.

Tipp 7: Unterschätzen Sie den Baugrund nicht

Was sich unter Ihrem zukünftigen Haus befindet, sehen Sie bei einer Grundstücksbesichtigung nicht.

Für die Baukosten kann es jedoch eine entscheidende Rolle spielen.

Ungünstige Bodenverhältnisse, Grundwasser, Altlasten oder eine geringe Tragfähigkeit können zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.

Auch ein Grundstück in Hanglage kann wunderschön sein – gleichzeitig aber höhere Anforderungen an Erdarbeiten und Gründung stellen.

Deshalb kann ein Baugrundgutachten beziehungsweise Bodengutachten eine wichtige Grundlage für die weitere Planung darstellen.

Es hilft dabei, die Bodenverhältnisse besser einzuschätzen und unangenehme Überraschungen während der Bauphase zu vermeiden.

Tipp 8: Besichtigen Sie das Grundstück mehr als einmal

Ein Grundstück sollte nach Möglichkeit nicht nur einmal für 20 Minuten besichtigt werden.

Besuchen Sie die Umgebung zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Wie sieht die Verkehrssituation morgens aus?

Wie ruhig ist es am Abend?

Wie fällt die Sonne auf das Grundstück?

Gibt es Gewerbebetriebe, Sportplätze, Bahnstrecken oder größere Straßen in der Umgebung?

Auch die Nachbarschaft lässt sich bei mehreren Besuchen besser einschätzen.

Schließlich entscheiden Sie sich nicht nur für einige hundert Quadratmeter Boden.

Sie entscheiden sich für den Ort, an dem Sie möglicherweise die nächsten Jahrzehnte leben werden.

Tipp 9: Achten Sie auf die Ausrichtung des Grundstücks

Die Ausrichtung eines Grundstücks kann erheblichen Einfluss auf die spätere Hausplanung haben.

Wo befindet sich die Straße? Wo liegt Süden? Wo soll später die Terrasse entstehen?

Eine gute Planung berücksichtigt den Verlauf der Sonne bereits bei der Positionierung des Hauses.

Wohn- und Essbereiche sowie Terrasse und Garten können beispielsweise gezielt zur sonnigeren Grundstücksseite orientiert werden.

Auch für eine Photovoltaikanlage können Dachausrichtung und mögliche Verschattung relevant sein.

Ein Grundstück sollte deshalb nicht nur danach beurteilt werden, ob ein Haus darauf passt.

Sondern auch danach, wie gut sich das Haus darauf positionieren lässt.

Tipp 10: Kaufen Sie nicht unter Zeitdruck

Ein attraktives Grundstück ist gefunden und plötzlich entsteht das Gefühl:

„Wir müssen sofort zuschlagen, sonst ist es weg.“

Natürlich können gute Grundstücke schnell verkauft werden.

Trotzdem sollte eine der größten finanziellen Entscheidungen des Lebens nicht ausschließlich aus Angst getroffen werden, eine Gelegenheit zu verpassen.

Vor dem Kauf sollten zumindest die wichtigsten Punkte geklärt sein:

Ist das Grundstück tatsächlich bebaubar?

Passt das gewünschte Haus darauf?

Welche Vorgaben macht das Baurecht?

Ist das Grundstück erschlossen?

Sind Besonderheiten des Baugrunds bekannt?

Und passen Grundstück, Haus und Nebenkosten gemeinsam in das geplante Budget?

Ein paar zusätzliche Tage Prüfung können später viel Geld und Ärger sparen.

Extra-Tipp: Holen Sie sich Unterstützung, bevor Sie das Grundstück kaufen

Sie müssen ein Grundstück nicht erst kaufen, bevor Sie mit einem Bauunternehmen über Ihr zukünftiges Haus sprechen.

Im Gegenteil.

Wenn bereits ein konkretes Grundstück interessant ist, kann es sinnvoll sein, dieses vor dem Kauf aus baulicher Perspektive prüfen zu lassen.

Denn ein Bauunternehmen betrachtet ein Grundstück mit anderen Augen.

Passt die gewünschte Hausgröße auf das Grundstück? Welche Auswirkungen hat die Grundstücksform auf den Grundriss? Gibt es Besonderheiten bei Zufahrt oder Gelände? Welche Vorgaben müssen bei der Planung berücksichtigt werden?

So kann bereits vor der endgültigen Entscheidung besser eingeschätzt werden, ob Grundstück und Wunschhaus tatsächlich zusammenpassen.

Checkliste: Das sollten Sie vor dem Grundstückskauf prüfen

Bevor Sie sich endgültig für ein Grundstück entscheiden, sollten Sie unter anderem folgende Fragen beantworten können:

✓ Ist das Grundstück bebaubar?

✓ Welche Vorgaben gelten durch den Bebauungsplan?

✓ Passt mein gewünschtes Haus auf das Grundstück?

✓ Ist das Grundstück vollständig erschlossen?

✓ Sind zusätzliche Erschließungskosten zu erwarten?

✓ Wie sind die Bodenverhältnisse?

✓ Gibt es Hinweise auf Altlasten?

✓ Wie ist das Grundstück ausgerichtet?

✓ Wie ist die Verkehrssituation und Umgebung?

✓ Sind Grundstück und Haus zusammen innerhalb meines Budgets realisierbar?

Je mehr dieser Fragen bereits vor dem Kauf beantwortet sind, desto sicherer können Sie die Entscheidung treffen.

Fazit: Das richtige Grundstück ist die Grundlage für Ihr Traumhaus

Die Grundstückssuche braucht manchmal etwas Geduld.

Doch es lohnt sich, nicht einfach das erstbeste verfügbare Grundstück zu kaufen.

Lage, Größe und Preis sind wichtig – aber ebenso entscheidend sind Bebauungsmöglichkeiten, Erschließung, Bodenverhältnisse und die Frage, wie gut sich das gewünschte Haus auf dem Grundstück realisieren lässt.

Unser wichtigster Tipp lautet deshalb:

Planen Sie Grundstück und Haus nicht getrennt voneinander.

Wenn Sie bereits ein Grundstück gefunden haben oder aktuell verschiedene Grundstücke vergleichen, unterstützen wir Sie gerne dabei, die Möglichkeiten für Ihr zukünftiges Zuhause zu betrachten.

Sie haben ein Grundstück im Blick und möchten wissen, welches Haus sich darauf realisieren lässt? Sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam schauen wir uns an, wie aus Ihrem Grundstück Ihr zukünftiges Zuhause werden kann.

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